Zerstört der islamistische Terrorismus die Europäische Union? Und welche Folgen könnte dies haben?

Quelle: Die Welt online
Quelle: Die Welt online

Heute wird es mal etwas politisch. Warum? Weil ich mein Kind in einer friedvollen Umgebung aufwachsen sehen möchte, und die zunehmenden Unruhen in der Welt durch den islamistischen Terror und den massiven Rechtsruck in Europa mit Sorge betrachte. Wo stehen wir in 10 oder 20 Jahren? Wird es dann noch ein vereintes Europa geben? Welche Folgen könnte ein Zerfall der Europäischen Union für uns haben?

Aktuell wird heftig über einen Bericht diskutiert, nachdem der Islamische Staat Anschläge auf europäische Strände planen soll. Wird es bald wieder ein Massaker wie in Tunesien geben, bei dem Ende Juni letzten Jahres 39 Urlauber an einem Strand auf tragische Weise ums Leben kamen? Besonders gefährdet seien dem Bericht zufolge die Küstenregionen Spaniens und Italiens, und auch Frankreich stehe wieder im Visier der Terrormiliz.

Anschläge in Europa durch islamistische Terrororganisationen

Datum

11.03.2004

07.07.2005

 

07.01.-09.01.2015

 

 

13.11.2015

 

 

12.01.2016

19.03.2016

22.03.2016

11.04.2016

Ort

Spanien, Madrid

Großbritannien, London

Frankreich, Paris

 

 

Frankreich, Paris

 

 

Türkei, Istanbul

Türkei, Istanbul

Belgien, Brüssel

Russland, Stawropol

Anschlagsziel

Vier Pendlerzüge

U-Bahnen, Busse

 

Redaktion von "Charlie Hebdo", jüdischer Supermarkt

Konzertsaal, Restau-rants, Umgebung des Fußballstadions

Reisebus

Einkaufsstraße

Flughafen, Metro

Polizeistation

Ausmaß des Attentats

191 Tote

52 Tote

 

17 Tote

 

 

153 Tote

 

 

12 Tote

5 Tote

35 Tote

3 Tote (die Attentäter)

Verantwortlich dafür

Al Qaida

Al Qaida

 

Islamischer Staat

 

 

Islamischer Staat

 

 

Islamischer Staat

Islamischer Staat

Islamischer Staat

Islamischer Staat


Zur Tabelle: Es gab in den letzten 10 Jahren zahlreiche weitere - teils mit extrem hohen Opferzahlen verbundene - Terroranschläge in Europa, die zwar Islamisten, aber nicht explizit einer Terrororganisation zugeordnet werden konnten. Es fällt auf, dass die Abstände zwischen den Anschlägen kürzer werden, also die Anschlagshäufigkeit massiv gestiegen ist.

Grund für einen Anschlag ist in den allermeisten Fällen die Beteiligung eines europäischen Staates am Kampf gegen den islamistischen Terror im Irak, Syrien etc. durch Militäroffensiven gewesen. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll es ein Handbuch mit dem Titel "Der Ruf zum globalen islamischen Widerstand" geben, in dem der Auto al Suri unter anderem erklärt: „Der dschihadistische Terror durch Einzelne, der nach Regeln des urbanen Guerillakriegs erfolgt, ist die Grundlage dafür, dass der Feind ermüdet und er in einen Zustand des Zusammenbruchs und Rückzugs getrieben wird, so Allah will.“

Dass der Islamische Staat durch Anschläge in Europa auf vorwiegend zivile Opfer die Regierungen zwingen will, von Militärschlägen gegen das Terrornetzwerk abzusehen, ist kein Geheimnis. Doch ich denke, da steckt noch viel mehr dahinter. Der IS, der seine Wurzeln angeblich in der Terrororganisation Al Qaida haben soll, möchte nicht nur die Ungläubigen bekämpfen, sondern einen weltumspannenden islamischen Staat errichten.

(Hätten die Herrschaften im Geschichtsunterricht besser aufgepasst, dann wüssten sie, dass das bisher weder die Mongolen noch die Römer oder sonst wer geschafft haben. Ganz im Gegenteil. Diese Großreiche sind irgendwann wieder zerfallen. Und Geschichte wiederholt sich. Das ist die altbekannte Regel. Und warum? Weil diese Weltreiche durch Eroberung und Unterdrückung zu dem wurden, was sie einst waren. Und wer unterdrückt wird, muckt irgendwann auf. Idee: nett. Umsetzung: puh. Beständigkeit: Nö!!!)

Zurück zum Thema: Anschläge auf europäischem Boden verunsichern die Bürger. Auch die massive Flüchtlingswelle, die hier und dort Islamisten zu uns bringt bzw. die Tatsache, dass aus der Masse an Flüchtlingen hierzulande Menschen von Islamisten angeworben werden, tut ihr Übriges dazu. Auch die Angst vor dem Fremden und die Wut darüber, dass Millionen an Staatsgeldern für die Versorgung der Geflohenen aufgebracht werden, sorgt für Ablehnung und Hass. Das ist natürlich wie Wasser auf die Mühlen der rechtspopulistischen Parteien in Europa. Und gerade die lehnen oft die Idee eines vereinten Europas ab und wollen zurück zur Kleinstaaterei. Einigeln, ausgrenzen. Das scheint ihr Erfolgsrezept gegen den Terror und die Flüchtlingswelle zu sein. Aber ist es das wirklich? Hilft uns das wirklich weiter? Wo sollen denn die Flüchtlinge hin, wenn sie keiner mehr aufnehmen will? Dorthin zurück, wo sie um ihr Leben fürchten müssen? Wo bleibt da die Menschlichkeit? Und vor allem: Schadet uns die Kleinstaaterei nicht eher im Kampf gegen den IS? Ein vereintes Europa strahlt Stärke und Zusammenhalt aus. Würde jedoch jeder sein eigenes Süppchen kochen und der Islamische Staat, wie er es bereits angekündigt hat, irgendwann in Europa einmarschieren, würde er womöglich ein Land nach dem anderen einnehmen. Es kämpft sich eben besser gegen 47 Mäuse als gegen einen Löwen. Die Angst der Bürger in allen Ehren, aber ein NEIN zur EU bedeutet in meinen Augen ein JA zum IS. Ich sage ganz klar "Ja" zur EU, denn ich möchte, dass mein Kind frei leben und seine Religionszugehörigkeit selbst bestimmen kann.

 

Was meint ihr zur Thematik?

 

Eure Jane Weekly

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Kommentare: 1
  • #1

    Micha Leisinger (Donnerstag, 02 Februar 2017 20:13)


    Hello! Do you use Twitter? I'd like to follow you if that would be ok. I'm definitely enjoying your blog and look forward to new posts.